Die Basilika-Zisterne ist eine der größten und beeindruckendsten antiken
unterirdischen Zisternen, die bis heute für Besucher geöffnet ist. Offiziell
wird sie jedoch nicht als die größte unterirdische Zisterne der Welt anerkannt.
Eine treffendere Beschreibung wäre, dass die Basilika-Zisterne die größte
erhaltene byzantinische unterirdische Zisterne in Istanbul ist. Ihr riesiges
Inneres, hunderte Marmorsäulen und das historische Wassersystem machen sie zu
einem der bemerkenswertesten Bauwerke der Stadt. Sie können mehr über ihre
Entwicklung erfahren in der
Geschichte der Basilika-Zisterne
.
Wie groß ist die Basilika-Zisterne?
Die Basilika-Zisterne ist etwa 138 Meter lang und 65 Meter
breit. Sie bedeckt eine Fläche von fast 10.000 Quadratmetern.
Im Inneren befinden sich 336 Marmorsäulen, die in 12 Reihen
angeordnet sind. Jede Reihe enthält
28 Säulen. Die meisten der Säulen sind etwa neun Meter hoch und tragen die
darüber liegende, mit Ziegeln gewölbte Decke. Ihre Materialien, Kapitelle und
Anordnung werden im Leitfaden zu der
Säulen der Basilika-Zisterne
erläutert.
Der Zisternenbau konnte einst etwa 80.000 Kubikmeter Wasser speichern.
Dieses Wasser wurde über Aquädukte zugeführt und von den kaiserlichen Gebäuden
in Konstantinopel genutzt.
Warum wurde eine so große Zisterne gebaut?
Die Basilika-Zisterne wurde während der Herrschaft des byzantinischen Kaisers
Justinian I. im 6. Jahrhundert errichtet. Ihr Hauptzweck war es, Wasser für
den Großen Palast und die nahegelegenen öffentlichen Gebäude bereitzustellen.
Große unterirdische Speicher waren wichtig, weil Konstantinopel manchmal
mit Wassermangel und Belagerungen konfrontiert war. Das Lagern von Wasser unterhalb der Stadt
half dabei, die Versorgung vor Wetterbedingungen, Verunreinigungen und Angriffen von außen zu schützen.
Die Zisterne gehörte zu einem viel umfassenderen Netzwerk aus Aquädukten,
Kanälen und Reservoirs. Weitere Einzelheiten finden sich in der Anleitung zu der
byzantinischen Wasserversorgungsanlage
.
Ihr Design war eher praktisch als dekorativ. Viele Säulen und Steinelemente wurden
von älteren römischen Bauten wiederverwendet, was ihre
unterschiedlichen Stile und Materialien erklärt. Die Bögen,
Ziegelgewölbe und die unterirdische Anlage werden im Detail im
Basilika-Zisterne Architekturführer
behandelt.
Wie schneidet sie im Vergleich zu anderen Istanbuler Zisternen ab?
Istanbul beherbergt viele unterirdische Zisternen aus der Zeit der Byzantiner.
Die Basilika-Zisterne ist die größte erhaltene überdachte Zisterne, die Besucher
heute in der Stadt betreten können.
Die Zisterne von Binbirdirek ist eine weitere bedeutende unterirdische Anlage, aber sie ist
kleiner als die Basilika-Zisterne. Die Zisterne des Theodosius ist ebenfalls kleiner und enthält nur 32 Säulen. Diese
Orte werden im Leitfaden mit den
beliebtesten Zisternen in Istanbul
verglichen.
Es gab in byzantinischem Konstantinopel größere Wasserspeicher im Freien.
Allerdings waren diese Anlagen nicht vollständig unterirdisch und hatten nicht
die gleiche „waldartige“ Anordnung von Säulen.
Warum heißt es der Versunkene Palast?
Der türkische Name der Zisterne des Basilios lautet Yerebatan Sarnıcı,
und kann mit der „Versunkenen Zisterne“ übersetzt werden. Sie wird auch allgemein
als der „Versunkene Palast“ bezeichnet.
Diese Bezeichnung kommt von ihrem eindrucksvollen Erscheinungsbild. Die langen Reihen
beleuchteter Säulen, die gewölbte Decke und die Spiegelungen im flachen Wasser
lassen den Innenraum eher wie einen unterirdischen Palast wirken als wie einen Wasserspeicher.
Die Zisterne des Basilios mag nicht die größte unterirdische Zisterne der Welt sein, aber
sie zählt weiterhin zu den beeindruckendsten Beispielen byzantinischer Ingenieurskunst.
Maßstab, Geschichte und die ungewöhnliche Atmosphäre machen sie auch heute noch zu einer
bedeutenden Attraktion in Istanbul.
Besucher, die die unterirdische Anlage mit fachkundiger Kommentierung besichtigen möchten, können die
Führung durch die Basilika-Zisterne mit Eintrittskarte
ansehen.